Mehr als 2.000 Besucher haben die Ausstellung „Als die Schwester noch mit dem
Fahrrad kam“ gesehen. Jetzt am 24. September 2010 war Endspurt. Insgesamt, so
Ausstellungsmacherin Ulrike Tüpker, sind mehr als zwanzig Gruppen geführt
worden, die sich mit dem Thema „Ambulante Pflege“ befassten. „Das
waren in der Anfangszeit vor allem Schulen der Krankenpflege, der Altenpflege und
für Sozialassistenten.“ Im Spätsommer kamen insbesondere Seniorengruppen,
Fachbesucherinnen und interessierte Laien. Hinzu kommen die Besucher von „Jahresfest“
Ende Juni und „Tag der Offenen Tür“ im August. Die Ausstellung geht
nach einer Pause für die Aufarbeitung auf Wanderschaft, wird im kommenden Jahr
in Celle, Emden und Norden zu sehen sein. „Interessierte Gemeinden oder Institutionen
können sich gern nach weiteren Terminen erkundigen.“
Die Erlebnisausstellung führte in die Welt der Gemeindestationen seit 1860 ein.
So wurde ein Zimmer gezeigt mit einer bettlägrigen Frau, deren Kinder um das
Bett herum spielen und deren Mann – offenbar ein Schuster – im gleichen
Zimmer seinem Handwerk nachgeht. Oder: Ein Zimmer der Gemeindeschwester aus den 50er
und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das weckte mit der
Nierentischromantik
Erinnerungen bei vielen Besuchern, die von eigenen Erfahrungen berichteten und auch
medizinische und pflegerische Gerätschaften aus der damaligen Zeit erlebt hatten.
Spritzen, Destilliergeräte, Wärmflaschen und Waschschüssel für die
Hygiene ohne fließendes Wasser, das alles zeigte die Ausstellung auf eindrückliche
Weise.
Die unerwartet hohe Resonanz hoben auch Oberin Pastorin Heike Löhr und Vorsteher
Pastor Volker Milkowski in einem kurzen Treffpunkt am Nachmittag des letzten Ausstellungstages
hervor. Sie bedankten sich beim Team der Ausstellungsmacher, darunter die Innenarchitektin
Claudia Peter, Margarete Nordmann von der Nähstube der Henriettenstiftung und
Helmut Höcker für die Organisationshilfe, sowie Heike Lubatsch für Beratung
in Pflegeangelegenheiten.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stand der Margareten-Schrank. Das Original stammt aus
Schleswig-Holstein und es kehrt dorthin auch zurück. Die Idee dieser Schränke,
die in Norddeutschland weit verbreitet waren, war es, Pflegehilfsmittel an einem
zentralen Ort in der Gemeindestation zu lagern. Dort konnten sich alle, die es brauchten,
einzelne Geräte ausleihen und nach Gebrauch wieder hinterlegen. Und es war auch eine kleine Spendenbox da,
um Verbrauchsmittel wieder neu kaufen zu können. Der
Inhalt, der in der Ausstellung gezeigt wurde, war eine Leihgabe des Krankenhausmuseums
Bielefeld. Die historischen Medizingeräte wurden denn auch von einem Team des
Museums nach Ausstellungsende wieder abgeholt.
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