Logo Henriettenstiftung, 150 JahreHenriettenstiftung Historisches Foto: Schwester Emmy florales Jugendstil-Muster

Das Beste von gestern bis übermorgen

Deutschlands älteste Girlsgroup „Herzen in Terzen“ begeisterte in der Henriettenstiftung am 17. September 2010

Mit einer Hommage an die Damenwelt begann Vorsteher Volker Milkowski den Abend, der dem „Deutschen Schlager“ gewidmet war. Eine Erinnerungstour durch die Schlagerwelt der fünfziger und sechziger Jahre bot die Gruppe „Herzen in Terzen“. Damit fanden die Jubiläumsfeiern „150 Jahre Henriettenstiftung“ ihre Fortsetzung. Gegründet wurde die Stiftung von einer Frau, Königin Marie von Hannover, benannt wurde sie nach Henriette von Württemberg, deren Erbe Königin Marie erhielt, und geleitet wurde sie von einer Oberin, der Apothekerin Emmy Danckwerts. Deshalb sei es nur angemessen, so Milkowski, wenn nun Deutschlands älteste Girlsgroup „Herzen in Terzen“ den Abend bestreitet, zu dem fast 400 Besucherinnen und Besucher in den nahezu voll besetzten Großen Saal der Henriettenstiftung gekommen waren.

Schild mit der Aufschrift „Reserviert für das Goldene Hochzeitspaar des Tages“ Mann mit Handtasche am Mikrofon Menschen im Konzertsaal

Eine Reise ins Glück sollte es werden. Und das Glück, so ironisierten die fünf Damen der a-capella-Gruppe, kann nur darin bestehen, einen passenden Mann zu finden. Diese Art der Reise führte zunächst nach Florida, wo der Hilli-billi-Strandbikini besungen wurde, von dort weiter nach Italien, dem Traumland der Bundesdeutschen in den fünfziger Jahren, wo die Capri-Fischer Herz zerreißend erklungen oder der Schlager „Ich will keine Schokolade; ich will lieber einen Mann“. „Schuld war nur der Bossa-Nova“ und „Ein Schiff wird kommen“ folgten. Die bekannten Schlager dieser Jahre wurden ironisiert, persifliert und mit noch mehr „Gefühls-Schmalz“ versehen, als die Originalversionen enthielten.

Vier Frauen in 50er-Jahre-Kleidung mit Mikrofonen auf eine Bühne Sängerin mit kariertem, zu großem, Jakett Drei Frauen mit Mikrofon in Sommerkleidern der 60er Jahre

Die Moderationen von Lied zu Lied hatten es ebenfalls in sich. In den Fünfzigern, so tönte es dem Munde schrill gekleideter und nicht weniger schrill tönender Frauen, „waren die Mopeds frisiert, die Haare der ‚Frolleins‘ toupiert – und ich ein steiler Zahn“ auf dem Sozius eines Mopeds, das optisch heiß gemacht worden war mit scharfem Fuchsschwanz an einer ansonsten funktionslosen Antennenstange. Oder es hieß: „Da stehen zwei am Fluss des Lebens – und angeln einen Mann“. Es folgte eine Persiflage auf den Schlager „Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie geht von einem zum andern.“

Sängerin mit Brille und rotem Sommerkleid mit weißen Punkten Zwei Frauen auf der Bühne Vier singende Frauen an Miktofonen

Diese Reise, die selbst in den Dschungel nach Afrika führte, begeisterte das Publikum und riss zum Applaus auf offener Szene hin. Viele Ältere fühlten sich in ihre Jugend versetzt, und viele Jüngere, die sich ebenfalls auf das Erlebnis aus der Welt des deutschen Schlagers einließen, genossen die witzigen und frechen Texte der fünf Damen von „Herzen in Terzen“. Eine Besonderheit: Zu dieser Erinnerungsvorstellung hatte ein Ehepaar, das an diesem Tag Goldene Hochzeit feierte, seine Gäste eingeladen. Sie kamen voll auf ihre Kosten mit der Persiflage von Down Town, damals gesungen von Petula Clark, oder „Sag mir quando, sag mir wann“. Als Zugabe gab's dann „Barbara Ann“ von den Beachboys, und das waren schon die späten sechziger Jahre.

Drei Frauen in 60er-Jahre-Kleidung mit Sonnenbrillen und Kopftüchern Zwei Frauen in bunten Sommerkleidern Sängerinnen mit Baströckchen über geblümten Hosen

 

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