Die Szene ist (fast) vertraut: Ein Bett, ein Schreibtisch, übervolle Aktenschränke
im Hintergrund. „Heute geht es um uns“, sagt Pflegedienstleiterin Inge
Neumann. So leitet sie am letzten Nachmittag dieser Woche zum Thema „Starke
Frauen in der Henriettenstiftung“ eine kurze Theaterszene ein.
Schwester Sabine ist am freien Tag beim Shopping gestört worden. Sie möge
bitte sofort zur Arbeit ins Pflegeheim kommen. Eine Kollegin ist krank geworden.
Sie kommt zum Dienst. Aber ihre Arbeit besteht nicht aus der Pflege am Bett. Vielmehr:
Sie sitzt über wahren Bergen von Papieren. Sie bewältigt Dokumentationspflichten
und Verwaltungsdinge. Nur Zwischendurch – gleichsam als Störung –
macht eine bettlägrige Bewohnerin mit Rufen auf sich aufmerksam. Sie möchte
an einer Veranstaltung des Hauses teilnehmen und braucht Hilfe. Aber die Rufe hindern
Schwester Sabine nur bei den Schreibarbeiten.
Dazwischen läuft eine Angehörige durch das Heim. „Ich suche die
Diakonie.“ Aber sie findet sie nicht. „Diakonie ist doch Nächstenliebe.“
Und das heiß praktische Beziehungsarbeit. Aber die kommt leicht zu kurz, weil
Aktenberge warten.
„Hier in unseren Haus machen wir manches anders“, betont Inge Neumann.
Hier bleibt Beziehungsarbeit an erster Stelle stehen. Das wird deutlich in den Festen
des Pflege- und Therapiezentrums. Sie folgen dem Jahresrhythmus: Sternsinger kommen,
die Förderinitiative für junge Künstler unter dem Titel Live-Music-Now
gibt regelmäßig Konzerte. Es gibt zahlreiche Feste mit Rollstuhltanz und
Schlagerparade, Feuerwerk und viel Spaß. Außerdem kommt der Clown „Herr Flohr“
zu den Bewohnern. Andere Anlässe werden genutzt zu eigenen kleinen Events,
etwa der Hannover-Marathon.
Und das Hilde-Schneider-Haus nutzt seine ungewöhnliche Lage nahe Innenstadt und Herrenhäuser Gärten. Aber es lässt sich auch die Blumenpracht im Hausgarten bewundern, der malerisch direkt am Ufer der Leine liegt. Legendär sind die Kunstausstellungen – etwa mit Kunstwerken der malenden Bewohner – aus dem eigenen Haus. Besonders geschätzt sind die Vernissagen zu den Kunstausstellungen mit Köstlichkeiten aus der hauseigenen Küche.
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